Förderschule 

       Förderschule mit dem Förderschwerpunkt emotionale und soziale Entwicklung
      der Primarstufe, Sekundarstufe I und der Sekundarstufe II in freier Trägerschaft 
       des St. Vincenz Jugendhilfe-Zentrum e.V.
   
Wer war Vincenz von Paul?

letzte Aktualisierung 30.10.09

  

Wer war Vincenz-von-Paul, der Namensgeber unserer Schule und des St. Vincenz Jugendhilfe-Zentrums?

lebte von 1581 - 1660 in Frankreich
war die "Mutter Theresa" des 17. Jahrhunderts
gründete 1617 die ersten Caritasgruppen
gründete 1625 die Gemeinschaft der Lazaristen
reformierte in seiner Zeit die Krankenpflege
gründete 1633 die erste Schwesterngemeinschaft,
die sich um Arme und Kranke sorgte und außerhalb 
von Klostermauern tätig war

 

Geistiger Vater der Vincentinerinnen ist der am 24. April 1581 in der Siedlung Ranquines bei Pouy, Südwestfrankreich geborene hl. Vincenz von Paul, der dort zusammen mit fünf Geschwistern in kleinbäuerlichen Verhältnissen aufwuchs.

Die Eltern Vincenz´ trugen große persönliche Opfer, um ihren Sohn ein Theologiestudium zu ermöglichen, was Vincenz zunächst in der Absicht tat, eine jener reichen Pfründe zu erhalten, die den Geistlichen damals, einer moralisch heruntergekommenen Zeit, die auch der Kirche schweren Schaden zufügte, ein finanziell gesichertes Leben garantierte.

19-jährig wurde Vincenz am 23. September 1600 zum Priester geweiht. Durch  widrige Umstände geriet er während einer Seereise in türkische Gefangenschaft und wurde als Sklave verkauft. Zwei Jahre verrichtete er Sklaven-Dienste, bis er mit seinem letzten Herrn, einem abgefallenen Christen, den er für die Kirche zurückgewonnen hatte, nach Avignon gelangte und mit dem päpstlichen Vizelegaten nach Rom kam.

Die Erlebnisse in der "Berberei" hatten Vincenz wach gemacht für die Nöte des von Glaubenskriegen, von Unterdrückung und Korruption erschütterten Frankreich. Die Zeche für die Verschwendung am königlichen Hof, für die Privilegien des Adels zahlte der bis aufs Blut ausgebeutete kleine Mann. Am 2. Mai 1612 übernahm Vincenz eine kleine Pfarrstelle in Clichy, dann wurde er auf Geheiß des Erzbischofs von Paris, Henri Kardinal de Gondi, Hauslehrer in der Familie dessen Bruders Philippe Emanuel, der Generalleutnant der Galeeren des Königs war. In Paris erlebte der junge Priester die Verelendung der Massen, er sah das Heer der Bettler und Kranken, denen kaum jemand zu helfen imstande war. Ohne Abschied setzte sich Vincenz am 1. August 1614 von den Gondis ab und übernahm die verwaiste Pfarrei Chatillon-les-Dombes in der Diözese Lyon. Hier hatte er ein entscheidendes Schlüsselerlebnis: In einem Haus außerhalb des Dorfes waren alle Menschen krank und konnten sich nicht helfen. Spontan organisierte Vincenz von Paul die erste Caritaskonferenz, eine Gruppe von Frauen, die als "Dienerinnen der Armen" im Wechsel Pflegedienste, aber auch die geistige Betreuung übernahmen. Auf Betreiben des Erzbischofs und der Gondis kehrte Vincenz nach Paris zurück, wo man ihm das Amt des Generalalmosenpflegers der Galeeren antrug und er die schreckliche Not und Einsamkeit der an die Ruderbänke der Schiffe geketteten Menschen kennenlernte. Von nun an ruhte er keinen Augenblick, um ihr hoffnungsloses Schicksal erleichtern zu helfen und die, die die Galeerenzeit überlebten, zu resozialisieren. Zu diesem Zweck gründete Vincenz von Paul die "Compagnie du Saint-Sacrement", die "Vereinigung vom hl. Sakrament".  Auch die Damen der Caritas und ab 1640, die Barmherzigen Schwestern, dienten den Gefangenen in ihrer trostlosen Verlassenheit. Am 17. April 1625 unterzeichnete Monsieur Vincent - wie man ihn betitelte - den Gründungsvertrag für eine eigene Missionsgesellschaft, die "Vincentiner", die sich nach ihrem Kolleg Saint-Lazare auch "Lazaristen" nannten; diese Priesterbruderschaft diente vornehmlich der Volksmission, der Unterweisung des ungebildeten Volkes in der Glaubenslehre und der Fortbildung der Geistlichen.

Eine große Bereicherung für das vielfältige Caritaswerk des hl. Vincenz von Paul war die Hilfe von Louise de Marillac, die nach dem Tode ihres Gatten sich dem Apostel der Nächstenliebe anschloß und seine Initiativen mit ganzer Kraft unterstützte.

Ludwig XIII. sowie verschiedene Adlige - wie Madame de Gondi - hatten das Werk Vincenz von Pauls stets großzügig unterstützt. Nach dem Tode des Herrschers, als Anna von Österreich anstelle des erst fünfjährigen Ludwigs XIV. das Land regierte und Kardinal Mazarin ihr Berater war, hatte Vincenz unter den Verhältnissen bei Hofe viel zu leiden. Er, der Bauernsohn aus der Gascogne, durchschaute  die Korruption und verweigerte als Mitglied des "Gewissensrates", der in kirchlichen Angelegenheiten entschied, die Zustimmung zu dubiosen Bischofsernennungen. Eine Weile musste er Paris meiden. 

An Malaria erkrankt und beinleidend, erschöpften sich die Kräfte des großen Caritasmannes zusehends; am 27. September 1660 gab er seine Seele nach einem rastlosen, dienenden Leben in die Hand des Schöpfers zurück. Papst Clemens XII. sprach ihn 1737 heilig.

Leitsatz des Hl. Vincenz von Paul: 

“Wir sind berufen, die Güte Gottes sichtbar werden zu lassen.”

 


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