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Vincenz-von-Paul-Schule
Private Förderschule für
soziale und emotionale Entwicklung in
katholischer Trägerschaft
Träger: St.
Vincenz Jugendhilfe-Zentrum e.V.Inhalt
I. Die Vincenz-von-Paul-Schule
1. Grundsätze der Vincenz-von-Paul-Schule
Die Vincenz-von-Paul-Schule ist eine staatlich
anerkannte Förderschule für soziale und emotionale Entwicklung in katholischer
Trägerschaft. Wir wollen helfen, dass jedes Kind das zu uns kommt, eine
auf christlicher Grundlage basierende Erziehung und Bildung
erfährt und darüber hinaus in seiner Lernentwicklung optimal gefördert
wird.
An unserer Schule gelten grundsätzlich die
Richtlinien
der Hauptschule. Bei lernschwächeren Schülern kann davon abgewichen
werden. Die Vincenz-von-Paul-Schule verfügt im Gegensatz zu allgemein
bildenden Schulen über ein günstigeres Schüler-Lehrerverhältnis.
Daraus resultieren kleinere Lerngruppen, von denen die SchülerInnen
profitieren.
Unsere Erziehung leiten wir von einem christlichen
Menschenbild her. Wir erziehen aus dem katholischen Glauben, aber nicht
für einen bestimmten Glauben. Deshalb ist es selbstverständlich, dass an
unserer Schule katholische und evangelische Christen mit Muslimen und
andersgläubigen Kindern zusammen unterrichtet und erzogen werden. Alle
Schüler erhalten Religions- oder Ethikunterricht, in dem die wichtigsten
Fragen einer christlichen Grundeinstellung diskutiert und gelehrt werden,
wobei jeder Schüler letztlich seinen eigenen Weg finden muss.
Wir arbeiten mit Schülern zusammen, die auf Grund
spezifischer Lebensumstände in der Regelschule nicht hinreichend
gefördert werden können. Diese Schüler/innen haben oft den Anschluss an
das allgemeine Leistungsniveau der Klasse verloren und bedürfen einer
vertieften Erziehungshilfe in kleinen Lerngruppen. Die Kinder und
Jugendlichen, die in den Wohngruppen des St. Vincenz Jugendhilfe-Zentrum
e.V. leben, gehen in der
Regel in die Vincenz-von-Paul-Schule. Seit einigen Jahren haben wir uns
auch für externe Schüler geöffnet, die aus Dortmund und den umliegenden
Städten zu uns kommen.
In Zusammenarbeit mit anderen (Heimgruppen, Erziehern,
Psychologen, Fachleuten in Jugendämtern, Erziehungsberatungsstellen,
Eltern) versuchen wir, in einem ganzheitlichen Ansatz die Probleme der
Jugendlichen zu verkleinern und ihnen durch einen Schulabschluss einen
positiven Start für das Leben zu ermöglichen. Jungen Müttern, die auf
den Mutter-Kind-Gruppen des St. Vincenz Jugendhilfe-Zentrum e.V. wohnen, verhelfen wir (mit viel
Rücksichtnahme auf die Erziehung und Pflege eines Kleinkindes und die
eigene Schulausbildung) zu Abschlüssen, die sie an einer anderen Schule
vielleicht nicht erhalten können.
1.1 Beschreibung der Schule
Die Schule hat zwei Standorte: Die Vincenz-von–Paul-Schule
in der Dortmunder Nordstadt und die Außenstelle in Hamm-Allen.
1.1.1 Der Standort Dortmund
Die Einrichtung des Dortmunder Gebäudes und die Anlage
des Schulhofes der Vincenz-von-Paul Schule wurden so gestaltet, dass die
SchülerInnen sich dort wohl fühlen sollen. Bei der Einrichtung und
Ausstattung der Räume wurde besonderer Wert gelegt auf:
-
die Schaffung von Ruhemöglichkeiten in den Klassen und den
Differenzierungsräumen
-
die Einrichtung eines Technik und Werkraumes
-
die Einrichtung eines Computerraumes mit sechs Arbeitsplätzen und
Internet-Zugang
Für die Schüler stehen ein
SV-Raum und ein von
den Schülern selbst gestalteter Aufenthaltsraum -Stereoanlage, Wohnecke,
Einbauküche- zur Verfügung. Außerdem existieren ein Schwimmbad, eine
Turnhalle und ein ausgelagerter Musikraum. Für den
Hauswirtschaftsunterricht wird die Lehrküche des St. Vincenz
Jugendhilfe-Zentrum e.V. genutzt.
Der Schulhof ist schülergerecht gestaltet und enthält u.a. ein großes
"Sitzrund", Grünanlagen sowie eine gepflasterte Fläche, auf
der Sportspiele betrieben werden können. Gemeinsam mit den Schülern
wurde ein Vordach mit einem abschließbaren Raum gebaut. Hier soll ein von
den Schülern betriebener Kiosk entstehen, in dem in den Pausen Getränke
und kleinere Esswaren verkauft werden sollen. Ein alter Bauwagen wird zu
einem Pausen- und Ruheraum umgebaut.
Im Laufe des Schuljahres 2000/2001 soll zusammen mit
den SchülerInnen die weitere naturnahe Umgestaltung des Schulhofes
(Biotop) durchgeführt werden.
1.1.2 Der Standort Hamm-Allen
Die Außenstelle Hamm-Allen hat auf dem Strüverhof in
einer Bauernschaft, 4 km vom Ortskern des Stadtteils Hamm-Rhynern
entfernt, ihren Standort. Auf dem Gelände des ehemaligen Bauernhofes
befinden sich noch teilweise verpachtete Gebäude mit landwirtschaftlicher
Nutzung und die heimeigene Gärtnerei. Die weitläufigen Außenanlagen
-Obstwiesen, Pferdeweiden, Voltigierfeld, Parkanlagen,
Kleinfußballfeld, Wald- und Spielflächen mit Bewegungsgeräten- können
von der Schule mitgenutzt und mitgestaltet werden.
1.1.3 Ziele der Arbeit
Wir gestalten unsere Schulatmosphäre und die
Lerninhalte so, dass Lernfreude geweckt wird und Erfolgserlebnisse
ermöglicht werden. Schule soll Spaß machen. Im Einzelnen versuchen wir
folgende Ziele zu erreichen:
-
Aufbau und Förderung von Gruppenfähigkeit
-
Aufbau von Schulmotivation
-
Aufbau von Vertrauen und grundlegender Orientierung im sozialen
Bereich
-
Erzeugung von Lernbereitschaft
-
Gewöhnung an Regeln
-
Aufbau und Stärkung des Selbstwertgefühls
-
Hilfe zur Selbsthilfe
-
Abbau von auffälligem Verhalten
Wir versuchen die Rückschulung in die Regelschule zu
ermöglichen, vermitteln aber auch die Abschlüsse der Sekundarstufe I,
bzw. der Schule für Lernbehinderte.
1.1.4 Individueller Förderplan
Die Förderplanarbeit steht in einem Spannungsfeld
zwischen Ganzheitlichkeit und Schwerpunktsetzung. Auf der einen Seite
sieht es den/die Schüler/in als Ganzheit, auf der anderen Seite werden
mikroskopisch detaillierte Teilaspekte dieses Ganzen betrachtet. Aus
dieser Vielzahl von Teilaspekten muss im Rahmen vorhandener personeller
und zeitlicher Möglichkeiten eine begründete Schwerpunktsetzung
erfolgen. Dabei soll versucht werden, den ganzen Menschen zu erreichen.
Die einzelnen Schwerpunkte finden sich in den Bereichen:
-
Emotion
-
Wahrnehmung
-
Motorik
-
Sozialverhalten
-
Umweltorientierung
-
Kognition
-
Sprache/Kommunikation
-
Lernverhalten
wieder.
Durch die Vernetzung der o. g. Bereiche soll trotz
einer Schwerpunktsetzung bei jeder/m einzelnen Schüler/in eine
ganzheitliche Orientierung ermöglicht werden.
Die einzelnen Förderpläne müssen über verschiedene
Merkmale verfügen, um sie für alle -
Lehrer, Erzieher, Eltern, evtl. Schüler –
nachvollziehbar zu machen:
-
individuell
-
vielschichtig
-
Ist-Zustand
-
Förderziele
-
Förderangebote
-
Beobachtungen des Förderprozesses
-
stärken- und problemorientiert
-
ökonomisch in Erarbeitung und Fortschreibung
-
evaluierbar
-
fortschreibbar – über die gesamte Schulbesuchszeit
-
unterrichtsrelevant
-
schwerpunktsetzend, orientiert an der jeweiligen Person
-
im Schulalltag erinnerbar
D. h. konkret für die Durchführung von
Förderplänen:
-
Es wird eine Bestandsaufnahme für jede/n Schüler/in durchgeführt.
-
Es werden Ziele mit dem Schüler, den Eltern/Erziehern und/oder dem
Kollegen vereinbart, die in einem festgelegten Zeitraum erreicht
werden sollen.
-
Es werden passende Prozesse geplant, um die Ziele zu erreichen.
-
Im Unterricht werden die Planungen umgesetzt.
-
Die Ergebnisse werden von den Beteiligten nach Ablauf des o.g.
Zeitraums überprüft.
-
Es werden neue Ziele aufgestellt oder der Zeitraum zur Erreichung
der Ziele wird bei Nichterreichen verlängert.
1.2 Zusammenarbeit mit anderen Institutionen
1.2.1 Vernetzung
Die Veränderung familialer Lebenslagen und gesellschaftlicher
Rahmenbedingungen verlangt zwingend eine Zusammenarbeit aller, die
Verantwortung für die Sozialisationsbedingungen von Kindern und
Jugendlichen tragen.
Jeder Mensch ist in verschiedene Systeme eingebunden. Ein
systemisch-ganzheitlicher Ansatz hat deshalb alle lebensweltlichen
Teilsysteme in denen ein Kind steht, bei der Erstellung der Förder- und
Erziehungspläne mit zu bedenken.
Für diese umfängliche Förderung verhaltensauffälliger SchülerInnen
ergibt sich aus dem Erziehungs- und Bildungsauftrag der Schule für
Erziehungshilfe seit jeher die notwendige Konsequenz der Kooperation
und Vernetzung.
Die Abkehr von einem defizitorientierten Eingriffsdenken und der Wandel
zu einem präventiven Aufgabenverständnis bestimmen hierbei das
Handlungskonzept der Vincenz-von-Paul-Schule: Die Sonderpädagogen gehen
einerseits auf andere Institutionen zu, andererseits sind sie selbst
Ansprechpartner.
1.2.2 Vernetzung von
St. Vincenz Jugendhilfe-Zentrum e.V. und Vincenz-von-Paul-Schule
Die heiminternen Schüler der Vincenz-von-Paul-Schule werden nach einem
einheitlichem Erziehungskonzept der ineinander verzahnten Bereiche
betreut. Durch ständige Absprachen und pädagogische Konferenzen zwischen
Lehrern, Erziehern und Psychologen kann auf die Kinder und Jugendlichen
über den unterrichtlichen Rahmen hinaus "rund um die Uhr"
eingegangen werden.
1.2.3 Zusammenarbeit mit Einrichtungen der öffentlichen und freien
Jugendhilfe
1.2.3.1 Jugendämter
Auf Grund der überschneidenden Arbeitsbereiche in der Schule und im
Jugendamt ist Vernetzung intendiert. Ausgangsbasis für das gemeinsame
Handeln ist eine abgestimmte Erziehungs- und Hilfeplanung unter
Einbeziehung der Erziehungsberechtigten und sonstiger Begleiter.
Ein geeignetes Instrumentarium der Vernetzung sind
Hilfe-Plan-Gespräche,
da hier aus dem Nebeneinander der Institutionen, die sich um die gleichen
Kinder und Jugendlichen bemühen, ein Miteinander wird. Ziel der
Vincenz-von-Paul-Schule ist es, diese HPG für jeden einzelnen Schüler
durchzuführen und regelmäßig zu wiederholen.
1.2.3.2 Kinder- und Jugendpsychiatrien
Fast alle unsere Schüler waren schon in
psychiatrischer/therapeutischer Behandlung, ambulant oder stationär. Um
diese weiterhin zu fördern, sind wir bemüht, den Schülern Therapien zu
vermitteln.
1.2.3.3 Tagesgruppen
Bei vielen der externen Schülern, die bei den Eltern wohnen, bedarf
die schulische Förderung einer Ergänzung in der Über-Mittags- und in
der Nachmittagsbetreuung. Wir arbeiten deshalb mit verschiedenen Heimen
und Tagesgruppen zusammen, wobei wir den SchülerInnen u. a. ein
schriftliches Tageszeugnis mit Angaben zum Lern- und Sozialverhalten
mitgeben.
1.2.3.4 Zusammenarbeit mit der Polizei
Die LehrerInnen der Vincenz-von-Paul-Schule arbeiten eng mit den
JugendkontaktbeamtInnen der Polizei zusammen. Regelmäßige Besuche und
Fragestunden der zuständigen BeamtInnen fördern das Vertrauen zwischen
der Polizei und den Jugendlichen. Hemmungen und Berührungsängste werden
dadurch abgebaut. Aufklärung und Gewaltprophylaxe sind weitere Ziele der
Kooperation. Übergeordnetes Ziel ist, dass die SchülerInnen es als
selbst-verständlich ansehen, wenn die JugendkontaktbeamtInnen der Polizei
die Vincenz-von-Paul-Schule besuchen.
1.2.3.5 Zusammenarbeit mit dem Arbeitsamt
Die Schule hält über die Lehrer Kontakt zu den
zuständigen Arbeitsämtern. Dies gilt insbesondere für die LehrerInnen,
die in den Abschlussklassen unterrichten. Die Zusammenarbeit findet über
gegenseitige Telefonate Schule - Arbeitsamt oder Arbeitsamt/Sachbearbeiter
– Schule statt. Zudem kommen die zuständigen Sachbearbeiter der
Schüler zu Beratungsgesprächen in die Schule. Die einzelnen Klassen
nutzen das vielfältige Angebot des Arbeitsamtes, um sich möglichst
umfassend über die Zeit nach der Schule zu informieren. Die LehrerInnen
informieren die Sachbearbeiter des Arbeitsamtes über Stärken und
Schwächen der SchülerInnen, um eine möglichst optimale Betreuung zu
erreichen.
1.2.3.6 Zusammenarbeit im Stadtteil
Die Vincenz-von-Paul-Schule arbeitet mit den Nachbarschulen, der AG
JuNo -Jugend in der Nordstadt- zusammen und kooperiert mit den anderen
sozialen Institutionen und Betrieben des Stadtteils.
1.2.3.7 Schulsozialarbeit
In der Vincenz-von-Paul-Schule arbeiten zwei Schulsozialarbeiter, die
folgende Aufgaben übernehmen:
-
Die Arbeit mit den Kindern/Jugendlichen
-
Die Betreuung und Begleitung der Familien
-
Die Zusammenarbeit mit den Sozialen Diensten bzw. den
ausgesprochenen Jugendhilfediensten, wie sie in der Stadt Dortmund
installiert worden sind
-
Die Begleitung und Betreuung von SchülerInnen in
Therapieeinrichtungen
-
Die Teilnahme an Hilfeplangesprächen gemäß § 36 KJHG
-
Die Betreuung der SchülerInnen über das Schulende hinaus.
1.3 Formen sonderpädagogischer Förderung/Erziehung und Unterricht in
Dortmund

1.3.1 Informatik – Neue Medien
1.3.1.1 Technische Ausstattung
Die Schule verfügt über einen Computerraum mit 6 für
die Text- und Bildbearbeitung komplett ausgestatteten PC-Arbeitsplätzen,
der von nahezu allen Kollegen/Innen intensiv mit ihren Lerngruppen genutzt
wird. Der Internetzugang wird über das Projekt "Schulen ans
Netz" gesponsert. Neben den PCs im Informatikraum verfügen
verschiedene Klassen bereits über einen eigenen PC-Arbeitsplatz, sodass
der Computer in einzelnen Unterrichtsphasen "ohne Umzug" direkt
genutzt werden kann. Die beschriebene Ausstattung wird dem jeweiligen
technischen Stand nach Möglichkeit durch qualifizierte Lehrkräfte
angepasst.
1.3.1.2 Inhaltliche Nutzung
Die SchülerInnen sollen an das Medium Computer
herangeführt werden, weil es aus dem täglichen Leben, sowohl privat, als
auch beruflich nicht mehr wegzudenken ist. Durch die Auswahl der Microsoft
Betriebssysteme, dem Einsatz des MS-Officepakets sowie von Works werden
die SchülerInnen an der zurzeit gebräuchlichsten Software geschult.
Die SchülerInnen sollen in der Lage sein, sich einem
Computer ohne Ängste und Vorbehalte zu nähern und diesen als ein
Hilfsmittel von vielen anzuerkennen. Die Annäherung an das Medium erfolgt
in der Regel über Spiele, die aus der Freizeit und von Spielekonsolen
bekannt sind, sowie durch die Gestaltung von Briefen und Grafiken der
SchülerInnen. Zudem werden einige SchülerInnen in die Wartung und Pflege
der Hard- und Software verantwortlich eingebunden.
Das Internet soll den SchülerInnen als
Informationsquelle, die keiner zeitlichen Einschränkung unterliegt, nahe
gebracht werden. So werden u.a. SchülerInnenfragen zu unterrichtlichen
Problematiken, Vorbereitungen von Exkursionen, Ausflügen und
Klassenfahrten mit Hilfe des WWW bearbeitet. Die Kommunikation mit unseren
italienischen Partnereinrichtungen sowie mit unseren SchülerInnen in den
ausländischen Individualmaßnahmen soll zunehmend internetgestützt
durchgeführt werden.
1.3.2 Werk- und Technikunterricht
Während SchülerInnen der Schule für Erziehungshilfe
(SfE) gegenüber konventionellen Lehr- und Lernformen oftmals völlige
Ablehnung und eine extreme Verweigerungshaltung zeigen, sind sie für
handwerkliche Tätigkeiten im Kunst-, Werk-, Technik- oder
Hauswirtschaftsunterricht leichter zu motivieren. Hieraus ergibt sich ein
Ansatzpunkt für eine sonderpädagogische Förderung, denn im handwerklich
ausgerichteten Unterricht können die SchülerInnen Erfolgserlebnisse
sammeln und wieder Spaß an der Schule gewinnen. Die Schule verfügt über
verschiedene Räumlichkeiten, die für diese Aktivitäten hergerichtet
sind:
Schwerpunktmäßig werden hier durch die SchülerInnen
Produkte für den eigenen Bedarf hergestellt. Längerfristige Projekte
orientieren sich inhaltlich in der Regel an dem Bedarf zur Ausstattung von
Klassenräumen, der Verschönerung und Gestaltung der Schule und des
Schulgeländes (GÖS) und regelmäßig stattfindenden Basaren und Festen.
Beispiele dafür sind:
-
Regale
-
Bilder und Bilderrahmen zur Gestaltung der Klassenräume und der
Schulflure
-
CD-Ständer Skulpturen
-
Ausbau des Schulcafes
-
Ausbau eines Bauwagens
-
Bau von Sitzgruppen für den
Schulhof
-
Bau von Regenunterständen
-
Ausbau eines Kiosks
-
Bau von Tretrollern
1.3.3 Betriebspraktika
Schon frühzeitig sollen die SchülerInnen an das
Arbeitsleben außerhalb der schulischen Lernorte herangeführt werden. Das
ist insbesondere dadurch möglich, dass die Vincenz-von-Paul-Schule über
ein Netzwerk von Kontakten zu Ausbildungs- und Praktikumsbetrieben im
Dortmunder Raum verfügt.
Schon ab Klasse 7 werden mehrwöchige Betriebspraktika
für solche SchülerInnen angeboten, die dazu eine Bereitschaft und
Eignung zeigen. Weitere Praktika folgen in den Klassen 8, 9 und 10. Diese
finden im Klassenverband aber auch als Individualpraktika statt.
Besonderer Wert wird bei der Auswahl der Praktikumstellen darauf gelegt,
dass sie in Berufsfeldern erfolgen, die für die SchülerInnen eine
realistische Perspektive bieten.
1.4 Formen sonderpädagogischer
Förderung/Erziehung und Unterricht in Hamm-Allen
1.4.1 Unterrichtsorganisation in Hamm-Allen
Der Unterricht findet in 4 Lerngruppen in 30- Minuten
–Einheiten statt, um der mangelnden Konzentration und Ausdauer
entgegenzuwirken. Dadurch wird eine höhere Frequenz der
Unterrichtseinheiten pro Fach erreicht.
Für die Fächerkombinationen Geschichte-Erdkunde,
Biologie-Physik/Chemie, Kunst-Musik und Technik-Hauswirtschaft ist der
Epochenunterricht mit 3-4 bzw. 5-wöchigem Wechsel eingeführt. Der
Epochenunterricht dient in seiner eingeführten Form der Konzentration des
Lernstoffes auf überschaubare Zeiträume.
1.4.2 Besonderheiten und Möglichkeiten unserer
Schulabteilung
Die Lage des Strüverhofes im ländlichen Bereich ist
eine Chance besonderer Art für unsere Schülerinnen wie für den
Unterricht.
1.4.2.1
Unterrichtsgänge
und therapeutisches Reiten
Die Nähe zur Natur, die der Standort Hamm-Allen
mitbringt, bietet die fast einmalige Gelegenheit, unseren Schülern – in
der Mehrheit Stadtkinder – diese Umgebung sinnlich erfahrbar zu machen.
Dies geschieht in der Regel durch
-
jahreszeitliche Unterrichtsgänge durch Wald, Feld und Flur
-
die Untersuchung von Boden-, Wasser- und Vegetationsproben des nahen
Baches
-
Tierbeobachtungen in der freien Natur und auf dem benachbarten
Bauernhof
-
die Teilnahme am therapeutischen Reiten.
1.4.2.2 Projektunterricht
Die Weitläufigkeit des Schulgeländes bietet gute
Möglichkeiten Projektunterricht zur Gestaltung der Schule durchzuführen.
So wurde die Schulküche von den Schülern um- und ausgebaut so wie
eingerichtet. Auf der Freifläche haben die Schüler einen Gartengrill
gemauert und Spielgeräte für die Pausen und die Freizeitgestaltung
aufgebaut. Der Bau eines Gartenpavillons wird zurzeit ,mit den Schülern
projektiert.
1.4.3.3 Berufspraktika
In der hauseigenen Gärtnerei ist auch für schwächere
SchülerInnen die Gelegenheit geboten, ein Schulbetriebspraktikum zu
absolvieren, welches den ersten Schritt in die Berufswelt erleichtert.
Weitere Praktika können in verschieden Betrieben in Hamm abgeleistet
werden.
In den oberen Klassen sind mindestens ein zwei- bis
dreiwöchiges Praktikum je Schulhalbjahr. Für die Schüler, die noch
nicht in der Lage sind, ein Praktikum zu absolvieren, besteht die
Alternative eines wöchentlichen Praktikumstages.
1.4.2.4 Tagesausflüge
Regelmäßige Tagesausflüge zur Vertiefung der im
Unterricht behandelten Themen gehören zu unserem Programm. Hier können die Schüler die Schule als Unterrichtsort
verlassen und in entspannter Atmosphäre bisher nur theoretisch behandelte
Themen in Natura erleben. Dadurch wird Neugierde und Freude bei den
Schülern geweckt, die durch das Kennenlernen neuer Gegebenheiten
entsteht.
1.4.2.5 Der Judounterricht
Im Entspannungsraum findet regelmäßig Judounterricht
statt. Hier sollen die SchülerInnen einen adäquaten Umgang mit in der
Schule auftretenden Aggressionen erlernen. Durch das Kennenlernen
regelgeleiteten Kämpfens sollen die Jugendlichen den Unterschied zwischen
"Sich-Prügeln" und Wettkampf begreifen und vorhandene
Aggressionen in einer "unschädlichen" und akzeptierten Weise
ausleben. Offenkundig ist das große Bedürfnis nach Sicherheit und
Selbstbestätigung. Judo bietet durch seine sportspezifischen Eigenheiten
vorzügliche Möglichkeiten, den Ehrgeiz und den Leistungswillen der
SchülerInnen durch entsprechende Aufgabenstellungen zu wecken und zu
stärken und dadurch gerade jenen "benachteiligten" Schülern
Erfolgserlebnisse zu vermitteln, die wiederum neue Motivation freisetzen.
II. Schwerpunkt: Bewegungs-, Abenteuer- und Erlebnispädagogik
1. Eine Schule in Bewegung
Bewegungserziehung ist nicht nur Aufgabe des
Sportunterrichts. In Anbetracht starker Bewegungseinschränkungen und
verminderter Bewegungsanforderungen im Alltag von Kindern und Jugendlichen
sind Bewegungsgelegenheiten und -pausen im Rahmen des
"klassischen" Sportunterrichts notwendig. Im Rahmen der
Bewegungserziehung an der Vincenz–von–Paul–Schule wollen wir unseren
Schülerinnen und Schülern Bewegungsmöglichkeiten und Lerngelegenheiten
besonderer Art bieten. Für Bewegung in der Schule finden sich viele Orte
und Gelegenheiten:
Die Bewegungserziehung an der Vincenz–von–Paul–Schule
nimmt eine ausgleichende und entlastende Funktion ein und vermittelt
zusätzlich wichtige Erfahrungen im Bereich körperlicher Selbst- und
Fremdwahrnehmung als Voraussetzung für kognitive, affektive und soziale
Lernprozesse.
Ein wesentliches Ziel der Bewegungserziehung an unserer
Schule ist es weiterhin, SchülerInnen neue Erfahrungsmöglichkeiten zu
erschließen und damit ihr motorisches Fertigkeitsrepertoire zu erweitern.
Dies erscheint vor dem Hintergrund der bei Erziehungsschwierigkeiten
oftmals vorliegenden psychosozial und motorisch vernachlässigenden
familiären Bedingungen von besonderer Bedeutung. Denn die kindliche
Lebenssituation war bei vielen Jugendlichen, die unsere Förderschule besuchen, von einem Mangel an Bewegungsmöglichkeiten und motorischer
Vernachlässigung mit der Folge retardierter ( Psycho -) Motorik geprägt.
Die Bewegungserziehung an der Vincenz–von–Paul–Schule
hat insbesondere auch die Aufgabe Schülerinnen und Schülern
Gelegenheiten zu bieten, in denen sie kreative, motorische Erfahrungen
machen können, die sie zur Bewegungsfreude über das schulische Soll
hinaus anregen. Dementsprechend sind die Überlegungen bezüglich der
Auswahl geeigneter motorischer Themen auch von der Freizeitrelevanz und
ihrer Praktikabilität " nach Schulschluss" geleitet.
2. Abenteuersport im Rahmen der Erlebnispädagogik
Unter Erlebnispädagogik verstehen wir eine
handlungsorientierte Methode, in der Gemeinschaft und Erlebnisse in
naturnahen oder pädagogisch unerschlossenen Räumen neue Raum–und
Zeitperspektiven erschlossen werden, die einem pädagogischen Zweck dienen
( nach Heckmair, B. und Michl, W. ).
Die Erlebnispädagogik orientiert sich an drei
Hauptzielen:
Sie bietet ein besonderes Feld, um Erfahrungen zu
machen, die in der heutigen Umgebung kaum mehr möglich sind. Nicht das
unmittelbar Erzielte -z. B. das Erklettern einer Bergspitze- ist das Ziel,
sondern Erfahrungen, die auf dem Weg zur Erreichung des Ziels gemacht
werden.
Viele erlebnisorientierte Sportarten - wie z. B. Kajak
fahren, Klettern usw.- benötigen sehr viel Mut und teilweise auch enorme
Kraftanstrengungen. Da erlebnispädagogische Maßnahmen zum größten Teil
in einer Gruppe durchgeführt werden, kann die Gefahr bestehen, dass
schwächere TeilnehmerInnen und weniger mutige Personen sich minderwertig
fühlen. Besonders bei verhaltensauffälligen Kindern und Jugendlichen
besteht die Gefahr, dass aus der Erlebnispädagogik etwas
Außergewöhnliches, Spektakuläres gemacht wird. Es besteht die Meinung,
dass mit solchen manchmal extremen Mitteln Methoden entwickelt werden, die
genau den schwierigen Lebenssituationen der Kinder und Jugendlichen
entsprechen. Es wird versucht, auf ein extremes Problem eines bestimmten
Personenkreises mit einer extremeren Maßnahme zu antworten.
Mit verhaltensauffälligen SchülerInnen muss sehr viel
sensibler in diesen erlebnisorientierten Maßnahmen eingegangen werden.
III. Öffnung der Schule
1. Gestaltung und Öffnung des Schullebens
(GÖS)
Das Kollegium der Vincenz-von-Paul-Schule erachtet die
weitere Umgestaltung des Schulhofes aus mehreren Gründen als wichtig:
-
Einem großen Teil unserer heimbewohnenden Schülerinnen und
Schüler, aber auch dem größten Anteil der externen Jugendlichen,
die unsere Schule besuchen, fehlen i. d. R. jegliche Ansätze zu einem
verantwortlichem Verhalten gegenüber der Umwelt. Auch das
Verständnis für Vorgänge in der Natur oder das Erkennen
ökologischer Gesetzmäßigkeiten ist ihnen häufig fremd.
-
Schärfung, Entwicklung und Förderung eines Umwelt- und
Entwicklungsbewusstseins sind auch Aktionsfelder aus den insgesamt 40
Kapiteln der Agenda 21. Die Gestaltung, Pflege und ökologische
Bewirtschaftung von Gärten vermittelt den Kindern und Jugendlichen
wichtige Werte im Unweltschutz. Die zielgerichtete Hinführung zu
Gemeinschaftsaufgaben wie Gärtner und Werkgruppen, Gartenaktionen und
Projekte ist ein weiterer wichtiger Aspekt, der sich durch die
geplanten Maßnahmen fördern lässt.
2. Europäische Ausbildungsprojekte an der
Vincenz-von-Paul-Schule
Im Nov. 2000 wird die Vincenz-von-Paul-Schule zum
dritten Mal ein Projekt im Rahmen des Sokrates-Programmes
der Europäischen Union in Italien durchführen. Für zwei Wochen werden
13 SchülerInnen und drei Lehrer mit Auszubildenden und Schülern der
Partner-Schulen in Genua an einem gemeinsamen Thema arbeiten. "Wir
sitzen alle in einem Boot" ist das Motto des diesjährigen
Ausbildungsprojektes.
Mit den Partnereinrichtungen in Genua, einer
Berufsschule für Bootsbau und Schreinerei und einer Einrichtung für
benachteiligte Auszubildende, sollen einfache Gegenstände für das von
dem St. Vincenz Jugendhilfe-Zentrum e.V. erworbene, renovierungsbedürftige Segelschiff
hergestellt werden.
Zwei Wochen mit Schülern einer europäischen
Partnerschule ein gemeinsames Ausbildungsprojekt durchzuführen und dabei
fremdsprachliche, soziale und berufsbezogene Kompetenzen zu fördern, ist
ein wichtiges Ziel des EU-Sokrates-Programmes.
Für unsere Schüler aber auch für die betreuenden
Lehrer, waren die bisherigen Projekte in Italien sehr erlebnisintensive
und erfolgreiche Maßnahmen. Insbesondere der Abbau von Vorurteilen
gegenüber "Ausländern" und eine Steigerung des
Selbstbewusstseins, durch Erfolgserlebnisse in einer fremden Umgebung,
konnten erreicht werden.
In den nächsten Jahren sind weitere zweiwöchige
Projekte, auch mit englischen Partnereinrichtungen geplant.
IV. Anhang
1. Schule in Bewegung
- in Vorbereitung-
2. Abenteuer- und Erlebnispädagogik im Strandbad Wamel (Möhnesee)
Das Strandbad wird zu einem wilden Ozean mit einer
einsamen Insel oder einem reißenden Gebirgsbach oder zu einem Teil des
Universums mit Raumschiffen, gefährlichen Energiebündeln, schwarzen
Löchern und kosmischen Regen. Im Strandbad wird gesurft, Kajak gefahren,
Raumschiffe werden aus Einzelheiten zusammengesetzt und "man fliegt
durch die Luft".
Überqueren einer Seenplatte
-
Erzählen einer Geschichte
-
"Wir befinden uns augenblicklich an dieser Seite des Ufers eines
Sees und müssen gleich versuchen, Station I auf der gegenüberliegenden
Seite zu erreichen..."
-
Der ersten Gruppe stehen, um an das andere Ufer zu gelangen,
Surfbretter (zum Paddeln) zur Verfügung.
-
Die zweite Gruppe rudert mit dem Boot etwas später hinterher.
-
Alle Schüler tragen zum Schutz vor "gefährlichen Dämpfen"
Rettungswesten, die über dem großen Trampolin am Baum befestigt sind
und durch hohes Springen "abgepflückt" werden können.
-
Auf der gegenüberliegenden Seite angekommen und nach Einnahme eines
kleinen Imbiss, wechseln die Schüler die Transportmaterialien.
-
nachdem die Bootsfahrer ihre Paddel plötzlich verloren haben, werden
sie von dem Surfteam abgeschleppt (Seile).
-
Bootsbau
-
Mit Hilfe von 6 Surfbrettern und Seilen haben Schüler und Lehrer die
Aufgabe, ein großes Boot zu bauen um zu Station II zu gelangen.
-
Reise zu Station III
-
Die gesamte Gruppe soll versuchen, mit dem erbauten Boot zum Ziel zu
gelangen.
Die Reise wird besprochen
3. Segeln auf dem Möhnesee
Um die Erlebnispädagogik auszubauen, hat
das St. Vincenz Jugendhilfe-Zentrum e.V. eine Yacht angeschafft, die auch unserer
Schule zur Verfügung steht. Die Yacht wird zurzeit restauriert und danach
einen Liegeplatz am Ijsselmeer haben. Klassenfahrten sind geplant. Dazu
sind einige Grundkenntnisse des Segelns notwendig, damit die Jugendlichen
Aufgaben an Bord übernehmen und den Skipper entlasten können.
3.1 Theorie
Segelspezifische Begriffe
Erlernen von Knoten
einfache Verkehrsregeln
Handgriffe an Bord
Gefahren
Die Theorie und Praxis wird interessierten
SchülerInnen in einer AG angeboten:
3.2 Praxis: Möhnesee-Strandbad-Wamel
-
Segel setzen
-
Anlegen, Ablegen
-
einfache Segelmanöver: wenden, halsen
-
Windrichtungen
-
Mann-über-Bord-Manöver
Wenn sich die Jugendlichen interessiert zeigen, ist zu
überlegen, ob als nächster Schritt der Erwerb des A-Scheins angegangen
werden kann. Hier besteht ebenfalls die Möglichkeit Theorie und Praxis
durch Schule und Heim zu organisieren.
4. Gestaltung und Öffnung des Schullebens
(GÖS)
Auf dem Schulhof der Vincenz-von-Paul-Schule wurde der
vor einiger Zeit aufgestellte Bauwagen mit einer Dachbegrünung versehen
und ringsherum mit Baumrinde aus Fichten verkleidet. An einigen Stellen
wurden u.a. Efeu und Clematis gepflanzt, die die "Baumschule"
schnell ganz begrünen sollen. Der ehemalige Bauwagen dient als Garten-
und Gerätehaus und zur Lagerung von Spiel- und Sportgeräten für die
Pausen. Er dient auch als Verweilort für kleine Ruhepausen während der
Gartenarbeit.
Um die "Baumschule" herum sollen in weiteren
Projekten verschiedene Teilvorhaben realisiert werden:
-
Einrichtung eines Schulgartens
-
Großflächige Entsiegelung des Schulhofes und Anlage naturnaher
Flächen und Gehwege
-
Bau von Hochbeeten (bereits erfolgt)
-
Bau einer Kräuterspirale
-
Anpflanzen von Obstbäumen
-
Anlage einer Blumenwiese
-
Anlage eines Teiches mit Wasserfall
-
Errichtung von Weidenzäunen und einer Weidenhütte
-
Anlage einer Sitzgruppe aus Baumstämmen und Baumscheiben (bereits
erfolgt)
-
Vergabe von Patenschaften für Teilbereiche des Schulhofes an
verschiedene Klassen
-
Bau eines Komposters (Sammeln der geeigneten Abfälle)
-
Aufstellen von Regentonnen zur Gartenbewässerung
-
Begrünung der vorhandenen Pergola
-
Errichtung von Mooswänden
-
Trockenmauer
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Nisthilfen für Insekten (bereits erfolgt)
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